The best books in 2017 I haven’t finished yet: Das mit dem Jahresrückblick.

Ich habe dieses Jahr 10.790 Minuten Musik gehört und neben My Chemical Romance & Linkin Park befindet sich auch ein Casper Album unter meinen meistgehörten Tracks des Jahres. Es ist wieder Dezember & gefühlt in jedem Winkel des Social Media werden Substantive, Jugendworte, Personen und was auch immer des Jahres gekührt, mit Kitsch & Pathos das Jahr in Worte ummantelt als wären es Kekse mit Zartbitterüberzug. Eine ehrliche Überschrift müsste für einen Jahresrückblick meines Buchblogs wahrscheinlich „Unitexte des Jahres“ heißen oder „Wissenschaftliche Literatur die ich für die Uni habe lesen müssen“ des Jahres, noch ehrlicher: Leseflaute. Oder eben „the best books in 2017 I haven’t finished yet.“

Kennt ihr das? Diese zähen langen Wochen oder gar Monate in denen ihr es nicht schafft auch nur ein ganzes Buch für euch selbst zu lesen? In denen es schwer fällt, auch nur mehr als fünfzig Seiten auf einmal zu lesen, manchmal es sogar schon ein Wunder ist nicht innerhalb der ersten 10 bereits die Konzentration gänzlich zu verlieren und das Buch beiseite zu legen? Wenn ihr mehr Kalenderblätter umblättert als Seiten dieses Buches was ihr seit Wochen lesen wolltet? Dieses Jahr sind bei mir so viele Herzensbücher halb liegengeblieben, teilweise Bücher auf die ich mich monatelang gefreut habe und es kaum erwarten konnte dann endlich meine Ausgabe mitsamt Signatur in den Händen halten und noch wichtiger lesen zu können. Nach einer Umfrage lesen 50% der Menschen in Deutschland unter 10 Bücher jährlich, 27% bis zu 20, diese Werte habe ich bereits im April 2017 übertroffen gehabt, danach gab es Monate in denen sich der Wert nichtmal um mehr als zwei vergrößert hat, Stellenweise: Eine Leseflaute.

Stapel angefangener Bücher

Da war dann auf einmal diese Lohnarbeit als Web-Entwicklerin die ein halbes Jahr lang meinen Kalender gefüllt hat, zwanzig Wochenstunden in einem Großraumbüro zwischen Mate und Mac mehr aus finanziellem Engpässen heraus als das ich mich frei dazu entschieden hätte, andere Verpflichtungen, ein Umzug, die Freude endlich das richtige Studium gefunden zu haben, endlich in der selben Stadt wie Freund*innen zu wohnen, das Studium selbst, viele neue aufregende Sachen, dann der NaNoWriMo und auf einmal die Erkenntnis, dass das Jahr nicht einmal mehr dreißig Tage zählt, es gerade Dezember ist und ich meine Leseerwartungen dieses Jahr genauso wenig wie die 50.000 Worte im NaNoWriMo erfüllt habe. Geschweige denn auch nur ansatzweise alle zwei Wochen eine Buchreview geschrieben habe, der Stapel angefangener Blogbeiträge ist mittlerweile größer als die bereits hochgeladenen Reviews selbst. Zu diesem Stapel gesellt sich: Der Stapel angefangener Bücher. Um diese geht es heute.

Ich gehöre zu den Menschen die Leistungsdruck total schlimm und kratzig finden und auf Tumblr diese vielen Self-Care Posts rebloggen, Freund*innen oft fragen ob es ihnen gerade gut geht und oft versuche Menschen die mich um Rat beten in gewisser Weise ein Stück weit jede Art von Druck zu nehmen. Auf der Gegenseite ertappe ich mich selbst viel zu oft dabei, wie sehr ich mir selbst einen ziemlich großen Leistungsdruck mache, wie oft ich versuche allen meinen Aufgaben gerecht zu werden, lieber eine Stunde weniger Schlaf als einen liegengelassenen Text, lieber doch zur Demonstration gegen den AfD-Bundesparteitag trotz Erkältung und der Aussicht auf unverhältnismäßigen Wasserwerfereinsatz mit der Bahn fahren, und irgendwie habe ich doch da auch zu wenige Bücher gelesen diesen Monat, oder?

Natürlich gibt es nicht diesen einen magischen Schwellenwert des zu viels oder zu wenig Lesens, sowas ist komplett subjektiv, aber das Gefühl, dass ein Teil des Alltags fehlt bleibt. Ich bin, denke ich, nicht die einzige in unserer Buchmenschencommunity der es so geht. Bücher sind ein lebenswichtiger Bestandteil meines Alltags, oft ist Fiktion einer meiner liebsten Rückzugsorte, ich schreibe selbst, lese Fanfictions, und so wie sich die Erde um die Sonne dreht, dreht sich mein Leben um die vielen geschriebenen Worte die meinen Alltag mit Licht durchfluten. Wie Leseflauten überwunden werden können, dazu haben die Bücherkrähe und Stopfi’s Bücherwelten bereits super sinnvolle Dinge geschrieben. Nun allerdings zu den Büchern selbst die mal mehr mal weniger liegen geblieben sind:

Turtles All the Way Down (John Green)

Mein absoluter Lieblingsautor hat ein neues Buch herausgebracht, ich habe mir das gleich als signierte Edition im Print und als eBook digital bestellt, damit ich schon direkt zu Release anfangen kann zu lesen, zwischen monatelanger Vorfreude & dem Kribbeln im Bauch als das Buch dann endlich, wenn auch zunächst nur digital, in meinen Händen lag, haben sich dann allerdings eine Vielzahl an Unitexten, vorbereitete Referate, ein ziemlich zeitfressender und raumeinnehmender Alltag, und irgendwie eine Menge anderer Dinge geschlichen, sodass ich gerade einmal 3/4 des Buches geschafft habe & die fehlenden Seiten auf meinem Nachttisch noch besser schlummern, als es die fiesen Gedanken, die der deutsche Titel suggeriert, jemals täten. Im Nachhinein bin ich fast traurig, dass ich mein Tumblr-Dashboard noch nicht mit Fanart & Fanfictions über das Buch zuspammen darf, da ich den Hashtag dazu noch immer wegen Spoilergefahren vermeide, dass ich verpasst habe das im Buchclub zusammen mit anderen lieben Menschen zu lesen & zu diskutieren; auch wenn ich das Buch sicherlich 2017 noch fertiglesen werde.

The Hate U Give (Angie Thomas)

Ich habe schon relativ lange vor dem Release auf Tumblr von diesem Buch erfahren & seitdem auf dem Schirm gehabt, dass wohl im Februar 2017 eines der wichtigsten Young Adult Fiction Bücher diesen Jahres erscheinen wird & je mehr ich in THUG gelesen habe, desto mehr wurde dieser Eindruck auch bestätigt. Leider bin ich dann, aus ähnlichen Gründen wie auch bei John Greens neuem Werk, bisher noch nicht durchgekommen auch wenn nur noch wenige Seiten fehlen, von daher ist das der Zeitpunkt wo ich das metaphorische Mikrofon an Menschen die das Buch sowohl komplett gelesen als auch super wichtige Dinge dazu geschrieben haben weitergebe: Lost in written words und The Blue Siren.

Love Letters to the Dead (Ava Dellaira)

Vor ein bis zwei Monaten ist mir in unserer lokalen Buchhandlung ein englischsprachiges Jugendbuch aufgefallen, was ich zwar bereits von Goodreads kannte, allerdings selbst noch nicht gelesen hatte. Naheliegend, dass ich ohnehin nie eine Buchhandlung verlassen können werde, ohne ein neues, weiteres, wunderbares Buch mein eigen zu nennen, war dieses einer der Spontankäufe, da mich auch der Klappentext sehr ansprach. Auf der Bahnfahrt wo ich das dann lesen wollte sind dann sowohl Müdigkeit als auch zu kommunikative Mitfahrer*innen dazwischengekommen, sobald die Uni Ende Dezember in die Winterpause geht wird mich das Buch allerdings ganz sicher zwischen den Jahren begleiten.

Autor: Wolki Hermione

Fan Grrrl, Books & Games. Feminism. Going to be a english studies & history teacher soon. #ActuallyBPD she/her

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.